Lohnverrechnung (AT)
Österreichische Lohnverrechnung in Operate – Sachbezugswerte, monatliche Lohnabgaben-Übersicht, Brutto-Netto-Rechner und FinanzOnline-Lohnzettel-Abgleich.
8 Min. Lesezeit
Lohnverrechnung (Österreich)
Worum es geht
Das Lohnverrechnungsmodul von Operate deckt die österreichische Lohnverrechnung ab – die monatliche Berechnung und Meldung der lohnabhängigen Abgaben für Dienstgeber. Es ist kein Full-Service-Lohnbüro, übernimmt aber die zentralen Berechnungen und Meldungen, die ein österreichischer Dienstgeber jeden Monat erledigen muss.
Was das Modul abdeckt:
- Sachbezugswerte – die gesetzlich vorgeschriebenen Werte für Sachbezüge (Sachbezugswerte-Verordnung)
- Monatliche Lohnabgaben-Übersicht – konsolidierte Darstellung von Lohnsteuer (LSt), Dienstgeberbeitrag (DB), Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag (DZ) und der Wiener Dienstgeberabgabe (Wien-DGA) für alle 9 Bundesländer
- Brutto-Netto-Rechner – vollständige Nettogehaltsberechnung mit dem 7-stufigen Tarif nach § 33 EStG, Jahressechstel und der begünstigten Besteuerung der Sonderzahlungen
- FinanzOnline-Lohnzettel-Abgleich – prüft, ob die übermittelten Lohnzettel (Jahreslohnzettel L16) mit den aggregierten Lohnverrechnungsdaten in Operate übereinstimmen
Wann Sie es einsetzen
- Sie beschäftigen Dienstnehmer in Österreich und müssen die monatlichen Lohnabgaben berechnen und Ihre ELDA-Meldungen vorbereiten
- Sie stellen einen Dienstwagen, eine gestützte Kantine oder andere Sachbezüge bereit und benötigen den korrekten Sachbezugswert
- Sie möchten die Kosten eines Gehaltsangebots durchrechnen, bevor Sie es einem Kandidaten unterbreiten
- Sie bereiten die Jahreslohnzettel (L16) vor und möchten sie gegen FinanzOnline abgleichen
Typische Anwender: österreichische Unternehmerinnen und Unternehmer mit kleinem Team, HR-Verantwortliche und Personalverrechner, die Operate neben ihrem ELDA-Meldeprozess (elektronischer Datenaustausch mit der Sozialversicherung) einsetzen.
Einrichtung / Voraussetzungen
- Mitarbeiter – legen Sie Ihre Dienstnehmer unter Personal → Mitarbeiter an. Jeder Datensatz benötigt: vollständigen Namen, österreichische Sozialversicherungsnummer (SVNR), Geburtsdatum, Eintrittsdatum und Bruttomonatsgehalt.
- Bundesland – hinterlegen Sie das Bundesland der Betriebsstätte des Dienstgebers. Es bestimmt den DZ-Satz, den Wohnbauförderungsbeitrag (Wien weicht seit 2026 von den übrigen 8 Ländern ab) und ob die Wien-DGA anfällt (nur bei einer Wiener Betriebsstätte).
- Freibetragsbescheid – das Modul muss wissen, ob der Dienstnehmer einen Freibetragsbescheid des Finanzamts Österreich vorgelegt hat. Falls ja, tragen Sie den monatlichen Freibetrag ein.
- Sonderzahlungen – konfigurieren Sie, ob der Dienstnehmer ein 13. und 14. Gehalt erhält (Urlaubsgeld + Weihnachtsgeld). Das bestimmt die Jahressechstel-Berechnung.
So verwenden Sie es
Öffnen Sie Personal → Lohnverrechnung → Monatliche Lohnabgaben (AT) (/hr/payroll/at-lohnabgaben). Die Seite ist in 4 Sprachen verfügbar (DE, EN, FR, NL).
Monatliche Lohnabgaben-Übersicht
Die Übersicht zeigt je Dienstnehmer eine Monatskarte und eine konsolidierte Summe:
| Spalte | Beschreibung |
|---|---|
| Lohnsteuer (LSt) | An der Quelle einbehaltene Einkommensteuer nach dem Stufentarif des § 33 EStG |
| Dienstgeberbeitrag (DB) | 3,7 % der Bruttolohnsumme (§ 41 FLAG, seit 1.1.2025); finanziert den Familienlastenausgleichsfonds |
| Zuschlag zum DB (DZ) | Je Bundesland unterschiedlich (2026: 0,31 % bis 0,40 %); § 122 Abs 7 und 8 WKG, jährlich von der WKO veröffentlicht |
| Wien-DGA | 2 € je Dienstnehmer und angefangener Kalenderwoche („U-Bahn-Steuer"); nur bei Betriebsstätte in Wien, abzuführen an den Magistrat (MA 6) |
| Gesamt | Summe der obigen Positionen je Dienstnehmer |
Monatlicher Automatismus: Operate erinnert automatisch am 13. jedes Monats um 09:00 Uhr (Wiener Zeit) an die Lohnabgaben des Vormonats – zwei Tage vor deren Fälligkeit am 15. des Folgemonats (§ 79 EStG, § 43 FLAG). Die Beträge selbst berechnet die Übersichtsseite aus Ihren Lohnverrechnungsdaten; prüfen Sie die Aufschlüsselung, bevor Sie die Zahlung an das Finanzamt Österreich anweisen und Ihre Meldungen (etwa die monatliche Beitragsgrundlagenmeldung über ELDA) übermitteln.
Um eine Neuberechnung manuell anzustoßen (z. B. nach Korrektur eines Gehalts), klicken Sie auf der Übersichtsseite auf Berechnen.
Sachbezugswerte-Rechner
Der Sachbezugswerte-Rechner ist KI-zentriert – es gibt dafür keine eigene Dashboard-Seite. Fragen Sie den KI-Assistenten im Chat (siehe KI-Assistent) oder nutzen Sie für Integrationen das Tool calculate_sachbezugswerte direkt über die API. Die monatliche Lohnabgaben-Übersicht (oben) berücksichtigt konfigurierte Sachbezüge bereits automatisch in der Lohnverrechnung jedes Dienstnehmers.
Die Sachbezugswerte-Verordnung schreibt folgende Sachbezugswerte vor:
| Sachbezug | Wert |
|---|---|
| Dienstwagen | 2 % des Listenpreises (inkl. NoVA und USt.) pro Monat, gedeckelt mit 960 €/Monat; 1,5 % bzw. max. 720 €/Monat für emissionsarme Fahrzeuge. Maßgeblich ist der CO₂-Grenzwert des Jahres der Erstzulassung (z. B. 2025/2026: 126 g/km) – § 4 Sachbezugswerte-VO |
| Elektrofahrzeug | 0 % – kein Sachbezug für Null-Emissions-Fahrzeuge (0 g/km CO₂, auch Wasserstoff) |
| Dienstwohnung | Quadratmeter × Richtwert des Bundeslands (§ 2 Sachbezugswerte-VO), vermindert um den tatsächlichen Kostenbeitrag des Dienstnehmers |
| Essensgutscheine | Sachbezugsfrei bis 8 €/Arbeitstag (Einlösung in einer Gaststätte) bzw. 2 €/Arbeitstag (Lebensmittelgutschein) |
| Mitarbeiterrabatt | Sachbezugsfrei bis 20 % Rabatt; darüber gilt ein Freibetrag von 1.000 € pro Jahr – nur der übersteigende Teil ist steuerpflichtig (§ 3 Abs 1 Z 21 EStG) |
So berechnen Sie den Sachbezug für einen Dienstwagen:
- Fragen Sie die KI: „Berechne den Sachbezug für einen Dienstwagen mit Listenpreis 35.000 € und 120 g/km CO2" (nennen Sie den Dienstnehmer, um den Wert seinem Datensatz zuzuordnen)
- Geben Sie – falls noch nicht angegeben – den Neuwagen-Listenpreis (inkl. NoVA und Umsatzsteuer), die CO₂-Emissionen (g/km, laut Zulassungsschein) und das Jahr der Erstzulassung an
- Die KI liefert den anwendbaren Sachbezugssatz (2 %, 1,5 % oder 0 %) und den monatlichen steuerpflichtigen Betrag
- Das Ergebnis fließt automatisch in die monatliche Lohnverrechnung des Dienstnehmers ein
Brutto-Netto-Rechner
Öffnen Sie Brutto-Netto (/calculators/brutto-netto) oder fragen Sie die KI: „Berechne mein Nettogehalt bei 80.000 € brutto in Österreich".
Der österreichische Brutto-Netto-Rechner berücksichtigt:
- 7-stufiger Tarif nach § 33 EStG (Stand 2026):
| Zu versteuerndes Jahreseinkommen | Grenzsteuersatz |
|---|---|
| 0 – 13.539 € | 0 % |
| 13.539 € – 21.992 € | 20 % |
| 21.992 € – 36.458 € | 30 % |
| 36.458 € – 70.365 € | 40 % |
| 70.365 € – 104.859 € | 48 % |
| 104.859 € – 1.000.000 € | 50 % |
| über 1.000.000 € | 55 % |
- Sozialversicherungsbeiträge (ASVG) – Dienstnehmeranteil aus Krankenversicherung (3,87 %), Pensionsversicherung (10,25 %), Arbeitslosenversicherung (einkommensabhängig gestaffelt von 0 % bis 2,95 %), Arbeiterkammerumlage (0,5 %) und Wohnbauförderungsbeitrag (0,5 %; Wien seit 2026: 0,75 %) – in Summe bis zu 18,07 % (Wien: 18,32 %), jeweils bis zur monatlichen Höchstbeitragsgrundlage (6.930 € im Jahr 2026)
- Jahressechstel – das 13. und 14. Gehalt (Sonderzahlungen) wird innerhalb des Jahressechstels (ein Sechstel der laufenden Jahresbezüge) nach den festen Sätzen des § 67 Abs 1 EStG begünstigt besteuert: nach einem Freibetrag von 620 € zunächst mit 6 % (bis 25.000 €), darüber gestaffelt mit 27 % bzw. 35,75 %
- Verkehrsabsetzbetrag – 496 € jährlich (2026), automatisch berücksichtigt; der Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag (§ 33 Abs 5 Z 3 EStG) wird als erwartete Gutschrift bei der Arbeitnehmerveranlagung gesondert ausgewiesen. Zusätzlich wird der Werbungskostenpauschbetrag von 132 € jährlich (§ 16 Abs 3 EStG) automatisch abgezogen
Der Rechner zeigt eine detaillierte Aufschlüsselung: Brutto → SV-Abzüge → Bemessungsgrundlage → Lohnsteuer → Netto.
FinanzOnline-Lohnzettel-Abgleich
Zum Jahresende müssen Sie für jeden Dienstnehmer den Lohnzettel L16 an FinanzOnline übermitteln. Operate berechnet die L16-Daten aus den Lohnverrechnungsdaten; die Übermittlung nehmen Sie selbst vor.
Für diesen Abgleich gibt es noch keine eigene Dashboard-Seite – er ist KI-zentriert und über den Chat erreichbar:
- Fragen Sie die KI: „Prüfe meine Lohnzettel für [Steuerjahr]" (das Tool
check_lohnzettel) - Operate vergleicht die aggregierten Jahresbezüge und die einbehaltene Lohnsteuer aus den eigenen Aufzeichnungen mit den von FinanzOnline zurückgelieferten L16-Daten (über die Databox-Anbindung, sofern verbunden)
- Abweichungen werden je Dienstnehmer und je Feld aufgelistet, samt Höhe der jeweiligen Differenz
Ist FinanzOnline nicht verbunden, zeigt Operate die aus der Lohnverrechnung abgeleiteten L16-Datensätze nur als Vorschau an; die Übermittlung setzt eine aktive FinanzOnline-Sitzung voraus.
Kurzbefehle im Chat
- „Vorschau meiner Lohnabgaben für Mai 2026" – liefert die voraussichtlichen Summen für Lohnsteuer, DB, DZ und Wien-DGA für Mai 2026 auf Basis der aktuellen Mitarbeiterdaten
- „Berechne den Sachbezug für Mitarbeiter X mit einem Dienstwagen um 35.000 EUR" – berechnet den monatlichen Dienstwagen-Sachbezug für den angegebenen Listenpreis und fragt nach den CO₂-Emissionen, falls sie fehlen
Sonderfälle und Stolpersteine
Eintritt während des Monats: Für Dienstnehmer, die mitten im Monat beginnen, aliquotiert Operate die Lohnsteuerberechnung nach den tatsächlichen Arbeitstagen. Achten Sie darauf, dass das Eintrittsdatum korrekt erfasst ist.
ASVG-Höchstbeitragsgrundlage: Bruttobezüge über der monatlichen Höchstbeitragsgrundlage (6.930 € im Jahr 2026) lösen keine zusätzlichen ASVG-Beiträge aus. Operate deckelt die SV-Bemessungsgrundlage automatisch – nicht jedoch den Dienstgeberbeitrag (DB): Der DB fällt ohne Obergrenze auf die gesamte Bruttolohnsumme an.
Freie Dienstnehmer: Das AT-Lohnmodul deckt ASVG-vollversicherte Dienstnehmer ab. Freie Dienstnehmer werden teilweise abgedeckt (der DB fällt weiterhin an), ihre SV-Beiträge weichen jedoch von jenen echter Dienstnehmer ab; in der ELDA-Meldung werden sie als freier Dienstvertrag gekennzeichnet. Operate markiert diese Beschäftigten und nimmt sie von der regulären ASVG-Berechnung aus.
Geringfügige Beschäftigung: Dienstnehmer unter der Geringfügigkeitsgrenze (551,10 € pro Monat, Stand 2026) sind von der Vollversicherung ausgenommen; der Dienstgeber schuldet für sie nur die Unfallversicherung (1,1 %). Die pauschale Dienstgeberabgabe von 19,4 % (§ 53a Abs 3 ASVG) fällt zusätzlich nur dann an, wenn mehr als ein geringfügig Beschäftigter tätig ist und deren gemeinsame monatliche Lohnsumme das Eineinhalbfache der Geringfügigkeitsgrenze (826,65 € im Jahr 2026) übersteigt. Operate erkennt beides automatisch anhand des Monatsbruttos.
Zeitpunkt der Sonderzahlungen: Die begünstigten festen Steuersätze auf Sonderzahlungen (13./14. Bezug) gelten nur bis zum Jahressechstel. Beträge über dem Jahressechstel werden mit dem regulären Grenzsteuersatz versteuert. Operate berechnet den anwendbaren Satz bei jeder verarbeiteten Sonderzahlung neu.
Wien-DGA: Die Wiener Dienstgeberabgabe (2 € je Dienstnehmer und angefangener Kalenderwoche) fällt nur an, wenn die Betriebsstätte des Dienstgebers in Wien liegt. Arbeitet ein Dienstnehmer teils in Wien und teils remote, wäre die Abgabe grundsätzlich nur für die Wiener Beschäftigungswochen geschuldet. Die aktuelle Implementierung stellt auf das hinterlegte Bundesland der Betriebsstätte ab – eine anteilige Zuordnung ist als Erweiterung geplant.
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